Im Westturm von Schloss Friedenstein befindet sich das Ekhof-Theater. Weltbekannt wurde dieses Kleinod deutscher Theaterkultur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als im Jahr 1774 der „Vater der deutschen Schauspielkunst“, Conrad Ekhof (1720 – 1778), über Weimar nach Gotha kam. Der geborene Hamburger galt als größter dramatischer Darsteller Deutschlands, als der Nestor des realistischen Schauspiels, das sich zu dieser Zeit erst herausbildete.

Anlässlich des 300. Geburtstages von Ekhof werden wir 2020 den großen Meister vielfältig würdigen. Neben dem Ekhof-Festival mit seinem ersten Gothaer Bühnenstück und Konzerten wird es auch eine Ausstellung, Führungen und Vorträge geben. Das Gothaer Hoftheater unter Conrad Ekhof wurde 1775 mit „Zaïre“ eröffnet. In der Tragödie in fünf Aufzügen von Voltaire spielte Ekhof die Hauptrolle. Laut dem Vorwort Voltaires wurde das Stück im Sommer 1732 in nur 22 Tagen verfasst und bereits am 13. August desselben Jahres in Paris uraufgeführt. Es geriet zum nachhaltigsten Bühnenerfolg des französischen Aufklärers. Ab dem 22. April 1753 verbrachte der berühmte Philosoph mehrere Wochen in Gotha und war hingerissen von der geistvollen Atmosphäre. Insofern ist das Hauptbühnenstück des Ekhof-Festivals 2020 in doppelter Hinsicht erste Wahl.