21. 10. 2015

Friedenstein holt bedeutende Porzellan-Sammlung nach Gotha

Der Stiftung Schloss Friedenstein ist es geglückt, eine international bedeutende Porzellan-Sammlung ins Herzogliche Museum nach Gotha zu holen - die Pauls-Eisenbeiss-Sammlung aus Basel. Die Sammlung wurde über Jahrzehnte vom Ehepaar Dr. Erika Pauls-Eisenbeiss (1910-1973) und Dr. Emil Pauls (1901-1973) zusammengetragen. Sie besteht aus etwa 750 Objekten, von denen die meisten figurale Porzellanplastiken sind und aus dem 18. Jahrhundert stammen. Es handelt sich um eine einzigartige Kollektion, zu der wertvolle Stücke aus den Manufakturen Meissen, Höchst, Frankenthal und Ludwigsburg zählen – wie beispielsweise die Krinolinen- und Commedia dell’Arte-Gruppen von Johann Joachim Kändler.

1975 entschloss sich die Tochter des Sammlerehepaars, Frau Rosemarie von Lentzke-Pauls, die Sammlung in eine Stiftung zu überführen und zwei Jahre später an das Historische Museum in Basel zu geben..

Bis zu diesem Jahr, fast 40 Jahre lang, war die Kollektion dort ständig zu sehen: eine Vielzahl von Publikationen sind entstanden, auch zahlreiche internationale Sonderausstellungen wurden mit den Pauls-Eisenbeiss-Objekten bestückt. Durch einen Wechsel der inhaltlichen Ausrichtung des Museums musste sich Basel nun von dieser hoch bedeutenden Sammlung trennen.

Auf der Suche nach einem neuen Ausstellungsort reiste Frau Lentzke-Pauls bereits in diesem Frühjahr incognito nach Gotha, um die Museen zu inspizieren. Nach drei Tagen war sie entschlossen, die Sammlung hierher zu geben, überzeugte sie doch insbesondere die gestalterische Qualität des Herzoglichen Museums.

 Durch die Vermittlung von Dr. Samuel Wittwer, Vorstandsmitglied der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung und Direktor der Abteilung Schlösser und Sammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), wurde der Kontakt zur Stiftung Schloss Friedenstein hergestellt. Innerhalb weniger Wochen war der Vertrag abgeschlossen. Durch diesen wird festgelegt, dass die Sammlung für mindestens zehn Jahre in Gotha zu sehen sein soll.

„Ich freue mich sehr, diese international und nicht nur in Fachkreisen anerkannte Sammlung zeigen zu dürfen“, sagt Stiftungsdirektor Prof. Dr. Martin Eberle, „Auch die Zusammenarbeit mit Frau von Lentzke-Pauls war sehr angenehm und verlief ganz reibungslos.“ Die Pauls-Eisenbeiss-Sammlung rundet die historischen Bestände auf dem Friedenstein auf ganz vorzügliche Weise ab. Bereits für den Mai ist geplant, eine Auswahl in der Loggia des Herzoglichen Museums zu zeigen. Auch das Basler Museum urteilt: „Insbesondere zu dem herausragenden Bestand an frühesten Werken der Meissener Porzellanmanufaktur bildet die Pauls-Eisenbeiss-Sammlung eine ideale Ergänzung und fügt sich in die reiche Museumslandschaft des Standorts in Thüringen hervorragend ein.“
 

Pauls-Eisenbeiss-SammlungSchloss FriedensteinHerzogliches Museum