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Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Schlossmuseum
99867 Gotha

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Sammlungsentwicklung / Herzogliche Kunstkammer

 

Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601-1675) hatte in den 50er Jahren des 17. Jahrhunderts im zweiten Obergeschoss des Westturmes seines neu erbauten Residenzschlosses eine Kunstkammer einrichten lassen. 1656 wurde das erste "Inventarium über die Kunst Cammer" angelegt, ein zweites folgte bereits 1657 und wurde bis 1672 ergänzt. Im Generalverzeichnis des Inventars von 1657 sind vier große Bestandskomplexe der Kunstkammer aufgeführt: Artificialia, Naturalia, Anatomica sowie Architectonica. Die in zwölf Unterabteilungen gegliederte Artificialia umfasste mit annähernd 1.150 Objekten mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes.

 

Nachdem Herzog Ernst der Fromme im Jahr 1675 verstorben war, kam es 1681 unter seinen sieben Söhnen zur Landesteilung. Während die vier jüngsten Brüder des regierenden Herzogs Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1646-1691) von einer Teilung der Kunstkammerbestände absahen, bestanden Albrecht von Sachsen-Coburg (1648-1699) und Bernhard von Sachsen-Meiningen (1649-1706) auf der Herauslösung ihrer Anteile. Trotz dieses Aderlasses gelang es Friedrich I. von Sachsen-Gotha und Altenburg wie auch seinem Nachfolger, Friedrich II. (1676-1732), die Sammlungen erheblich zu erweitern. Zudem verfügte Friedrich I. in seinem Testament, dass die Friedensteinische Kunstkammer in Gotha verbleiben müsse.

 

Auf Veranlassung des kunstsinnigen Herzogs Friedrich II. wurden die Bestände im frühen 18. Jahrhundert neu geordnet und inventarisiert. Im Jahr 1712 ließ er die Numismatica aus der Kunstkammer herauslösen und als eigenständige Sammlung der Herzoglichen Bibliothek angliedern. Erst kurz zuvor hatte dieser Sammlungskomplex mit dem Erwerb der herausragenden Münzsammlung des Grafen Anton Günther II. von Schwarzburg-Arnstadt (1653-1716) enormen Zuwachs erhalten.

 

Laut Inventar von 1721 hatte sich der Umfang der meisten Sammlungskomplexe seit der Gründung der Gothaer Kunstkammer mehr als verdoppelt und in einigen Bereichen – beispielsweise bei den Elfenbeinobjekten – sogar verdreifacht. Die Kunstkammer war nun in mehreren Gemächern und Kabinetten des Westturmes von Schloss Friedenstein untergebracht.

 

 

 

 

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