Barockes Universum Gotha
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Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Gotha fällt in die Zeit der fränkischen Vorherrschaft. Der König Karl der Grosse machte "villa gothaha" 775 dem Kloster Hersfeld gegenüber abgabenpflichtig.
Kurz nach 1180 erhielt die Ansiedlung Gotha durch Landgrafen von Thüringen das Stadtrecht zugesprochen. Unter den Ludowingern wurde Gotha zu einer der Hauptmünzstätten von Thüringer Brakteaten.
Die an der Fernverkehrstrasse "via regia" liegende Stadt entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der gewerblichen Produktion und besonders des Waidhandels. Mit Beginn der Reformation fanden Luthers Gedanken in Gotha rasch Widerhall.
Von 1524 bis 1546 führte Friedrich Myconius die Erneuerung des Kirchen- und Schulwesens im Land durch.
Nach den Erbteilungsverträgen der Ernestiner im Jahre 1640 wurde Gotha zur Haupt- und Residenzstadt des neu gegründeten Herzogtums erklärt. Aus einem durch den Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Land schuf Herzog Ernst I., der Fromme, ein vorbildliches Staatsgebilde. Als erster Fürst in Deutschland führte er die allgemeine Schulpflicht für alle Kinder ein. Das von ihm gegründete "Kunst- und Naturalienkabinett" bildete den Grundstock für weitere Entwicklung der Kultur und Naturwissenschaften im Herzogtum.