Barockes Universum Gotha
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Den Abschluss des Rundgangs durch Schloss Friedenstein bildet der Besuch des Schlosstheaters im Westturm, der anschließend dann zum Ausgang führt. Das Schlosstheater wurde zwischen 1681 und 1687 eingerichtet und verfügt noch über die originale Bühnenmaschinerie der Zeit: Eine Einmaligkeit in ganz Europa. Diese kostbare Maschinerie blieb erhalten, da im Verlauf der Jahrhunderte ihre Existenz immer wieder durch lange Bespielungspausen gesichert wurde. Man benutzte das Theater zunächst bis 1701 – und somit stellt Gotha einen frühen Ort der höfischen Bühnenkultur in Deutschland zusammen mit Wolfenbüttel, Hannover und Berlin dar – dann noch einmal zwischen 1774 und 1779 und zuletzt zwischen 1827 und 1839. Unter Conrad Ekhof, der als Begründer des realistischen Schauspiels gilt und schon zu Lebzeiten mit dem Titel „Vater der deutschen Schauspielkunst“ geehrt wurde, erlebte die Gothaer Bühne ihren kulturhistorischen Höhepunkt: Er war 1774 mit der Seyler´schen Schauspieltruppe von Weimar aus nach Gotha gekommen und etablierte hier in der Organisationsform des Gothaer Hoftheaters das erste fest angestellte deutsche Theaterensemble.
Aus konservatorischen Gründen wird der Unterboden der Bühne nicht mehr gezeigt; zukünftig ist hier eine mediale Präsentationsform denkbar, die der Besucher im Sitzen verfolgt: Durch Musik und szenische Darstellungen könnte auf einer Leinwand im Bühnenraum die Geschichte des Theaters den lebendig inszenierten Abschluss des Besuchs des „barocken Universums“ Schloss Friedenstein bilden.



