Die Landschaft in der niederländischen Kunst – Sonderpräsentation im Herzoglichen Museum Gotha

9. 12. 2016 bis 15. 4. 2017

Herzogliches Museum, Oberlichtsaal

Das Herzogliche Museum Gotha zeigt derzeit eine Sonderpräsentation: In den Oberlichtsälen sind nun Gemälde und Graphiken zu dem Thema „Die Landschaft in der niederländischen Kunst“ ausgestellt. Bis April werden die Werke zu sehen sein. Zuvor lief hier die erfolgreiche Sonderschau „Schöner als die Wirklichkeit – Die Stillleben des Balthasar van der Ast (1593/94 – 1657)“, die insgesamt 17.884 Besucher angezogen hatte.

Die Landschaftsgemälde bilden in ihrer Vielfalt und Qualität einen wichtigen Schwerpunkt unter den holländischen und flämischen Gemälden der Gothaer Sammlungen. Hochrangige Künstler wie Jan Brueghel der Ältere, Jan van Goyen, Bonaventura Peeters oder Emanuel de Witte zeugen von der hohen Spezialisierung des Kunstmarkts im 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst. Der Bogen spannt sich dabei von manieristischen Weltlandschaften über Sonderformen der Landschaftsmalerei wie Architektur- und Marinebilder bis hin zu holländischen Motiven, die ab der Mitte des Jahrhunderts zunehmend in ein südliches Licht getaucht werden.

Für die Entwicklung der niederländischen Malerei ist der flämische Künstler Jan Brueghel d. Ä. von großer Bedeutung. Das manieristische Drei-Gründe-Schema, in dem der Tiefenraum über die farbliche Abstufung von Braun über Grün bis hin zum Blau des Hintergrundes erschlossen wird, verschmilzt bei ihm überzeugend zu einem einheitlichen Bildgefüge. Erst ab den 1620er Jahren setzte sich, fußend auf Naturbeobachtungen, eine realistischere Wiedergabe der unmittelbaren Umgebung durch. Wichtigster Vertreter dieser neuen Richtung ist Jan van Goyen, der mit einer sehr dünnen Malweise und einem sehr geschickt eingesetzten Wechsel von Licht und Schatten für die Landschaftsmalerei prägend wurde. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde man der tonalen, meist in Braun- und Grau-Tönen gehaltenen Malerei der heimischen Landschaft überdrüssig. Neue Impulse brachten Maler mit, die sich in Italien aufhielten und eine neue Tradition der Landschaftsmalerei prägen sollten.

Die Sonderpräsentation wird ergänzt durch eine Leihgabe aus dem Museum Kunstpalast in Düsseldorf sowie zahlreiche Grafiken aus dem eigenen Bestand. Außerdem werden Depot-Gemälde präsentiert, die bisher nicht öffentlich ausgestellt waren. Damit wird die Ausstellungsarchitektur interimistisch weitergenutzt, die ab 14.Mai 2017 für die Präsentation französischer Meisterwerke aus dem Puschkin-Museum Moskau verwendet wird.

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