Allerlei erstaunliche Dinge - Ein Exkurs durch die Friedensteinischen Sammlungen

14. 7. 2018 bis 1. 1. 2020

Historisches Museum, Kirchgalerie im Nordflügel

Interimsausstellung des Historischen Museums Gotha

Nach der 90jährigen Präsentation der prä- und kulturhistorischen Sammlungen im Westturm des Schlosses Friedenstein gibt es im Historischen Museum ab 2018 umfangreiche Veränderungen. Im Rahmen des geplanten Sanierungsprogramms des Schloss und der musealen Neukonzeption „Barockes Universum Gotha“ bekommt das Museum ein neues Domizil. In den nächsten Jahren entsteht im 1. Obergeschoss des Westflügels, in den ehemaligen Räumen des Archivs, eine neue Ausstellungsfläche von 1000 m². Die bisherige Präsentation im Westturm muss für die anstehenden Baumaßnahmen geschlossen werden und wird danach das historische Naturalienkabinett des Museums der Natur aufnehmen.

Bis zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung wird dem Besucher eine Sonderschau von besonderen Museumsstücken aus dem vielfältigen Stiftungsfundus in der Kirchgalerie des Friedensteins geboten. Neben Meisterwerken des mittelalterlichen Kunsthandwerks wie dem Elfenbeinkästchen mit der Anbetung der Heiligen drei Könige oder des Löwenaquamaniles werden einige Gegenstände aus dem Privatbesitz der Gothaer Herzöge gezeigt. Dazu gehört ein kostbares, reich verziertes indisches Nähkästchen als Verehrungsgeschenk des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an seine Gemahlin Alexandrine, die Prinzessin von Baden. Aus dem Nachlass der Herzogin Caroline Amalia von Sachsen-Gotha-Altenburg stammt eine Sammlung von Haarlocken der Mitglieder des Fürstenhauses wie auch eine Locke der Königin Victoria von Großbritannien, die mit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha vermählt war. Nicht weniger spannendere Objekte stammen aus dem bürgerlichen Milieu, wie zum Beispiel die so genannten „Hungerbrötchen“. Sie erinnern an die Teuerung von 1771 im Herzogtum Sachen-Gotha-Altenburg. Die Preiserhöhungen riefen damals bitterste Not hervor, so dass die geringen Einkommen der Bevölkerung noch nicht einmal für das wichtigste Nahrungsmittel wie Brot ausreichten. Insgesamt stehen dem Besucher ein Hundert Objekte zur Betrachtung, von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Neueste Zeit, von archäologischen Artefakten über skurrile Objekte des Alltags bis hin zu  mechanischen Instrumenten, Kleidung, kunsthandwerklichen Gegenständen verschiedenster Art und vielem anderen mehr.